Mindy - Herkunft von Mindy

Es handelt sich bei dem Samojeden um eine uralte nordische Schlittenhund-Rasse, die von dem Volksstamm der Samojeden (der zwischen dem Uralgebirge und dem Fluss Jenissei zu Hause ist) gezüchtet wurde. Mitten in Sibirien lebte dieser Nomadenstamm in einer der unwirtlichsten Gegenden der Erde, in der Zwei Drittel des Jahres Winter herrscht. Die Menschen wanderten mit ihren Tieren überall dorthin, wo sie überleben konnten. Als Hauptnahrungsquelle dienten Rentiere, die selbst einen langen Winter überstehen können. Sie lieferten dem Samojedenstamm Fleisch und Felle. Für die Fleischversorgung wurde gejagt und gefischt. Die Hunde brauchte man im wesentlichen zum Lastenziehen, zum Eintreiben der Rentierherden und für die Jagd.

Die Herkunft des Samojedenhundes bedeutete für den Hund eine ganz besondere Rolle. Das Leben der Menschengruppe in dieser kargen Wildnis hatte sehr viel mit natürlichem Hundeverhalten in der Meute gemein. Jeder erfüllte seine Aufgabe zum Wohle der Gruppe. Einer war auf den anderen angewiesen. Der Hund sollte sich dem Menschen nicht unterordnen, sondern seine Aufgaben kennen und erfüllen. Mensch und Hund kannten ihre Rangordnung untereinander und hielten sich daran. Rangeleien durften nicht ausarten und die Leistungs- und Überlebensfähigkeit der Gruppe womöglich beeinträchtigen.

Was durch die Auslese des Menschen bei den Samojeden gänzlich verloren gegangen ist, ist Aggression, die über die Festigung der Rangordnung hinausgeht. Es war früher das Todesurteil für einen Hund, wenn er jemals einen Menschen biss oder ein Kind verletzte. Vor Menschen gab es nichts zu beschützen. Traf man in der unendlichen Einsamkeit auf Fremde, so war dies meist ein freudiges Ereignis. Nicht zuletzt war der Nomadenstamm auf Handel mit Fremden angewiesen. Es genügte, wenn die Hunde Herankommende rechtzeitig durch Bellen meldeten. Der Samojede ist noch heute deshalb ein ausgesprochen eigenwilliger Hund mit ausgeprägtem Rangordnungsgefühl, aber niemals aggressiv oder gar auf Rangeleien aus.

Für viele Menschen ist es schwierig zu begreifen, warum ein Hund wie der Samojede so überaus menschenfreundlich ist, aber dennoch nie unterordnungsbereit. Wäre der Samojede aggressiv, würde man ihn als schwierigen Hund ansehen und ganz anders behandeln. Aber wie will man sich gegen einen Hund durchsetzen, der übers ganze Gesicht grinst und fröhliche Luftsprünge macht, sobald man sich durchzusetzen versucht? In seiner Freundlichkeit nimmt er es einem nicht übel, wenn man von ihm "Sitz" oder "Platz" erzwingen will.

Unser Hund - ein echter Clown ...

Samojeden sind eigentlich richtige kleine Clowns, die genau wissen, wie sie Herrchen und Frauchen um den Finger wickeln können.

Wer sich mit dem Verhalten des Samojeden befasst und einen gleichzeitig verschmusten und anhänglichen, aber dennoch selbständigen Hund schätzt, wird mit dieser Rasse viel Freude haben. Jeder Tag mit einem Samojeden ist eine neue Erfahrung für die kleine Hundeseele und unendlich viel Spaß für den Besitzer, der mit dem lustigen Hund umzugehen weiß. Der Samojede ist jedoch kein Hund für Leute, die verzweifeln, wenn ein Hund nicht aufs Wort gehorcht.

"Die alten Germanen hatten eine freundliche Religion. Sie glaubten, sie würden nach dem Tode in den himmlischen Jagdgründen alle ihre guten Hunde treffen, die in ihren Leben ihre Jagdgefährten gewesen waren. Ich wünschte, ich könnte dies auch glauben und dem wäre so."
Otto v. Bismark